Archiv für Januar 2012


Wenn du auf das Bild klickst, kommst du auf die tolle Seite The Critical Witness, wo es noch zahlreiche andere „Cultural Appropriation Crackers“ zu bewundern gibt.

Der aktuelle Anlass: Das Schlossparktheater Berlin

Anfang des Jahres fiel das Berliner Schlossparktheater mit seinen Werbeplakaten für den Theaterabend „Ich bin nicht Rappaport“ auf: Sie zeigen zwei weiße Männer, von denen der mit brauner Schminke als „Schwarzer verkleidet“ ist, der die Rolle des (laut Textfassung) Schwarzen Midge spielt. Dieses Stilmittel, das in einem historischen Rassismuskontext steht, stieß vielen Menschen übel auf. Schnell äußerten sich Kritiker_innen auf der Facebookseite des Theaters, welches prompt offen mit dem eigenen Rassismus umgeht: Schwarze Schauspieler_innen könnten nicht fest in ein Theaterensemble aufgenommen werden, weil es nicht genug „Schwarze“ Rollen gebe. Darum habe man auf ein weißes Ensemblemitglied zurückgreifen müssen. Wieso der weiße angemalt werden musste, ist unklar. Warum Schwarze und Schauspieler_innen of Colour nur eindeutig rassifizierte Rollen spielen sollen, ebenfalls. Der Shitstorm gegen das Theater flammte auf, infolgedessen begannen Blogger_innen zu berichten, die Printmedien und der Deutschlandfunk griffen den Vorfall auf. Letztere machten sich durch schlechte Recherche und Parteiergreifung für das weiße Bürger_innentum des Schlossparktheaters unsympathisch.

Tolle weiterführende Texte zum Schlossparktheater-Blackfacing gibt es unter anderem bei den Ruhrbaronen, bei Metalust, bei Critical Witness und im Tagesspiegel.

Eine umfangreiche Pressesammlung gibt es auch schon.

Hier sind wir nun und wollen die Kraft, die aus der Wut und der Empörung kommt, nutzen um uns weiterhin gegen rassistische Theaterpraxen zu vernetzen und ähnliche Vorfälle (von denen es leider viel zu viele gibt) zu dokumentieren.
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